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Goji-Beeren

Ein Klassiker unter den Superfoods ist die aus Asien stammende, orange-rote, längliche Goji-Beere. Die bereits seit tausenden von Jahren in der chinesischen Medizin Anwendung findet.

Der hohe Anteil an wichtigen Nährstoffen dient dort sowohl zur Stärkung der Lebensenergie, als auch zur Vorbeugung vor Krankheiten oder zur unterstützenden Maßnahme bei Chemotherapien, um die dabei für den Körper auftretenden Nebenwirkungen abzuschwächen.

So finden sich in der Goji-Beere unter anderem:

  • Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink, Selen, Phosphor, Kalium
  • 19 verschiedene Aminosäuren
  • Vitamine: B, C, E
  • sehr hoher Anteil an Antioxidantien
  • Betaine, Cyperone
  • Lutein, Zeaxanthin

Darreichungsformen der Goji-Beeren

Frische Goji-Beeren finden sich in Europa eigentlich nicht im Handel. Am häufigsten wird die Goji-Beere in getrockneter Form angeboten. Es gibt sie aber auch als Pulver, Tee, Saft und als Extrakt in Kapselform.

Wem der Geschmack von getrockneten Goji-Beeren nicht zusagt, kann auf das lange haltbare Goji-Pulver zurückgreifen und dieses in Getränke seiner Wahl sowie in Joghurt oder Quark einrühren. Eine erfrischende Schorle ergibt das Mischen mit Mineralwasser. Dies funktioniert natürlich auch mit dem Saft der Goji-Beere. Damit ist der Geschmack bei weitem nicht so dominant. Bei einer Zubereitung als Tee kann man die Intensität auch gut dem persönlichen Geschmack anpassen und gegebenenfalls einfach die Wassermenge erhöhen. Völlig frei vom Goji-Beeren-Geschmack sind natürlich die Kapseln, wobei man hier jedoch unbedingt auf mögliche andere Füllstoffe bzw. das Material der Kapsel und die teilweise sehr unterschiedliche enthaltene Menge an Goji-Extrakt achten sollte.

Geschmack von Goji-Beeren

Die einzelnen Sorten der Goji-Beeren schmecken recht unterschiedlich.
So gibt es neben süßen, auch recht säuerliche und herbe Goji-Beeren, die zudem auch einen relativ hohen Bitterstoffanteil besitzen können. Weshalb gerade beim Verzehr in getrockneter Form doch erheblich unterschiedliche Geschmackserlebnisse zustande kommen können, die auch nicht unbedingt Jedermanns Sache sind. Es gibt zwar auch Sorten, die sich in Mitteleuropa anbauen lassen, allerdings fehlt hierzulande meist eine ausreichende Sonnenscheindauer, um wirklich leckere süße Früchte selbst ernten zu können.

Unbedingt auf Bio-Qualität achten

Ob die in der Himalaya-Region von Tibet angebauten Goji-Beeren süßer sind wie die in China im Ningxia-Tal produzierten Früchte, darüber gibt es verschiedene Aussagen. Problematisch können allerdings Pestizid-Rückstände auf den Früchten sein, die bei mehreren Untersuchungen des CVUA Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart in den Jahren 2009 und 2010 gefunden wurden. Dabei konnte nur die Probe aus ökologischem Bio-Anbau überzeugen – nicht alle anderen aus konventionellem Anbau!
Die Begriffe "Natur" oder "naturbelassen" entsprechen keinem ökologischem Anbau. Gleiches gilt natürlich auch für hübsche Bilder von Goji-Beeren vor der Kulisse des Himalayas.

Der Goji-Beere zugeschriebene Wirkungen:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Stoffwechselaktivierung
  • Entgiftung des Körpers
  • Senkung der Blutfettwerte
  • Stärkung des Herzens
  • Verbesserung der Darmflora
  • antientzündliche Wirkung
  • Schutzwirkung gegen Krebs
  • unterstützende Wirkung beim Abnehmen
  • positive Wirkungen auf Augen, Haut und Fingernägel

Der Zuckeranteil der Goji-Beere liegt bei etwas über 40 Prozent. Der Anteil an für den Körper wichtigen Polysacchariden aus dem Zucker liegt dabei bei etwa 30 Prozent. Bei Goji-Extrakten kann der Anteil an Polysacchariden aber auch bis zu 50 Prozent betragen. Polysaccharide sind klassischerweise die Energiespeicher im Körper, worauf die Theorie bezüglich der Stärkung der Lebensenergie beruht.
Von dieser Energiequelle „ernähren“ sich beispielsweise auch die Darmbakterien, was für eine bessere Darmflora sorgt.
Bei der - der Goji-Beere zugeschriebenen antientzündlichen Wirkung - werden diese in den Herkunftsländer (Tibet und China) unterstützend gegen chronische Entzündungsprozesse eingesetzt (z.B. bei Asthma, Allergien und chronischen Schmerzzuständen). Das gilt auch für schwere Entzündungskrankheiten, wie Arthritis und Morbus Crohn.
Polysaccharide beschleunigen zudem die Ausleitung von Stoffwechselrückständen aus dem Körper und haben dadurch eine entgiftende Wirkung auf den Organismus. Das gilt beispielsweise auch für die beim Sport entstehende Milchsäure, die so schneller abtransportiert wird.
Die stärkende Wirkung der Polysaccharide auf das Immunsystem hilft natürlich auch der körpereigenen Abwehr gegen Krebszellen und bei der Bekämpfung von Viren.

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin sollen sich laut einer Studie des anatomischen Instituts der medizinischen Fakultät der Universität Hong-Kong nicht nur als Antioxidantien, sondern auch beim Schutz des Auges vor altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) des Auges bewährt haben.

Die 19 verschiedenen Aminosäuren der Goji-Beere beinhalten auch die 10 essentiellen Aminosäuren, die für uns lebenswichtig sind und vom Körper nicht selbst produziert werden können. Weshalb eine ausreichende Zufuhr von außen unumgänglich ist.

Goji-Beeren wird ein tausendmal höherer Anteil an Antioxidantien wie beispielsweise Orangen bescheinigt, weshalb diese eine positive Wirkung auf unsere Körperzellen besitzen, die dadurch weniger stressanfällig reagieren. Dies wirkt wiederum dem Alterungsprozess entgegen. Dazu gibt es ebenfalls eine Studie von S. J. Wu vom Institut für Naturprodukte von der Universität Kaohsiung in Taiwan. Und auch der hohe Anteil an sekundären Pflanzenstoffe in der Goji-Beere hat eine antioxidative Wirkung. Eine geringere Zellzerstörungsrate wirkt sich aber auch positiv auf Haut und Fingernägel aus.

Dosierung von Goji-Beeren

Eine offizielle Mengenempfehlung pro Tag (wie bei Walnüssen) gibt es für die Goji-Beere nicht.
Auch differiert die Verzehrmenge je nach Darreichungsform und gewünschtem Effekt bzw. natürlich auch je nach Hersteller des Produktes.

Hier ein paar Empfehlungen, die wir für getrocknete Goji-Beeren gefunden haben:

  • Zur Deckung des täglichen Bedarfs an wichtigen Vitaminen etwa 10 – 50 Gramm.
  • Als "Heilmittel" werden 6 - 15 Gramm pro Tag empfohlen.
  • Zur Vorbeugung etwa 6 – 12 Gramm täglich.

Blutverdünnungs-Medikamente und Goji-Beeren

Seite 13 des Bulletins zur Arzneimittelsicherheit des BfArM Bundesinstiturs für Arzneimittel und Medizinprodukte beschäftigt sich mit einer eventuellen Wechselwirkung zwischen Goji-Beeren und der gleichzeitigen Einnahme von Blutverdünnern auf Vitamin-K-Antagonisten-Basis, wie Phenprocoumon und Warfarin (z.B. in Marcumar® und Coumadin®). Diese weit verbreiteten Arzneimittel dienen zur Hemmung der Blutgerinnung.

In vier Fallberichten stieg der INR-Wert bei gleichzeitigem Verzehr von Goji-Beeren an, was bedeutet, dass das Blut länger braucht, um zu gerinnen und somit die Blutungsneigung zunimmt.

Alle Patienten waren bereits längere Zeit individuell auf ihre blutverdünnenden Medikamente eingestellt und zeigten zuerst den erhöhten und nach dem Weglassen der Goji-Beeren wieder einen abnehmenden INR-Wert. Wobei entweder Beeren, Tee oder Saft von Goji-Beeren konsumiert wurden, ohne andere Essensumstellungen oder Veränderungen der Lebensgewohnheiten vorgenommen zu haben. Worin genau diese mögliche Wechselwirkung ihre Ursachen hat, ist bislang nicht abschließend geklärt, es wird aber ausdrücklich auf diese unerwünschten „Nebenwirkungen“ hingewiesen und von einem gleichzeitigen Verzehr von Goji-Beeren-Produkten zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten abgeraten.

Wobei natürlich auch andere Medikamente (wie z.B. Schmerz- und Beruhigungsmittel oder Antibiotika) die Wirkung von Blutverdünnern verstärken.

Nicht die Goji-Beeren selbst sind also gefährlich oder ungesund. Trotzdem können sie offenbar die blutverdünnende Wirkung von Medikamenten erhöhen, was für den Patienten gefährlich sein kann. Auch wenn es sich dabei bislang um sehr wenige, beobachtete Einzelfälle weltweit handelt.

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