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Superfoods

Eine rechtlich verbindliche oder offizielle Definition, was Superfood genau ist, gibt es nicht. Wir haben Pro's und Contra's für Euch zusammengestellt.

Superfood - nur ein Marketing-Begriff?

Der Begriff wird sich seit einigen Jahren im Marketing von Produkten (besonders bei Obst und Gemüse) immer häufiger verwendet und steht für möglichst naturbelassene Lebensmittel, die durch ihren besonders hohen Nährstoffgehalt und/oder durch eine Vielzahl von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen einen höheren gesundheitlichen Nutzen versprechen als die von Mitteleuropäern normalerweise bevorzugten Lebensmittel. Wobei diese nicht unbedingt bio sein müssen. Allerdings sollten sie so erzeugt noch wertvoller für eine gesunde Ernährung sein. Außerdem sind konventionell erzeugte landwirtschaftlich erzeugte Produkte mit Pestiziden belastet, die auch durchaus gesundheitsschädlich sein können. Besonders bei den exotischen Superfoods - z.B. aus China - stellt dies ein Problem dar, wie auch die Untersuchungen zu Goji-Beeren aus der Vergangenheit zeigen.

Neben vielen bei uns heimischen Obst- und Gemüsesorten finden sich hier auch einige Exoten, die inzwischen wiederentdeckt wurden und teilweise auch als gesunder Snack gegessen werden können.

Denn bei Superfoods handelt es sich nicht um eine reine Erfindung der Werbebranche, sondern tatsächlich um wertvolle natürliche Produkte, die in unserer modernen Ernährung meist keine allzu große Rolle spielen. Ein größerer Bekanntheitsgrad beim Verbraucher kann also sicherlich nicht schaden. Denn grundsätzlich dürfte Einigkeit darüber bestehen, dass unser Speiseplan in der Regel viel zu viele tierische Fette und dafür zu wenig unverarbeitetes Obst und Gemüse enthält, welches für den Körper deutlich gesünder wäre. Auch wenn nicht jedes Superfood wirklich lecker ist und sich eben mal so für zwischendurch eignet. Deshalb sollte auch mal Fast Food, Bratwurst und Schnitzel mit Pommes nach Möglichkeit durch einige der nachstehenden Superfoods ersetzt werden.

So empfiehlt beispielsweise auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst essen (3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)“ zu verzehren. Was allerdings meist nicht den tatsächlich von uns konsumierten Nahrungsmitteln entspricht.

Und auch viele wissenschaftliche Studien bestätigen (nicht nur im Tierversuch) die wertvollen Inhaltsstoffe von roh verzehrten, bestimmten Obst- und Gemüsesorten. Wobei viele Mediziner inzwischen ebenfalls überzeugt sind, dass eine natürliche Ernährung bald nicht nur zu unserer wichtigsten Waffe gegen Zivilisationskrankheiten, wie Herz- und Kreislauferkrankungen, sondern auch gegen Krebs werden kann. Siehe hierzu auch unseren Beitrag über Walnüsse.
Darin sind auch einige Aussagen der FDA und der Europäischen Union bezüglich der gesundheitsfördernden Wirkungen verlinkt.

Welche Superfoods gibt es?

Je nach Quelle unterscheiden sich die Beispiele für Superfood durchaus. Wir haben einmal die wichtigsten zusammengetragen:

Beerenfrüchte

  • Acai
  • Aronia
  • Avocados
  • Brombeeren
  • Cranberries
  • Gojibeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Johannisbeeren (rot und schwarz)
  • Stachelbeeren

Gemüse

(in der Hauptsache grünes Blattgemüse)

  • Basilikum
  • Brennnesseln
  • Dinkelgras
  • Gerstengras
  • Kohl
    Blumenkohl
    Brokkoli
    Grünkohl
    Rosenkohl
    Rotkohl
    Weißkohl (auch rohes Sauerkraut)
    Wirsing
  • Löwenzahn
  • Moringa-Blätter
  • Petersilie
  • Rettich
    Radieschen
    Meerrettich
  • Rote Beete
  • Rucola
  • Sellerieblätter
  • Spinat
  • Spirulina-Algen

Nüsse

Obst / Früchte

Pilze

  • Shiitake

Samen

  • Chiasamen
  • Kakaobohnen
  • Kürbiskerne
  • Leinsamen
  • Quinoa
  • Sonnenblumenkerne
  • Traubenkerne

Gesundheitsfördernde Wirkung

Grundsätzlich sei betont, dass auch ein Verzehr von allen Superfoods sicherlich kein Garant dafür ist, dass man lebenslang gesund bleibt und vor schweren Erkrankungen verschont bleibt. Wer sich aber bewusster und damit auch gesünder ernährt und seinen Speiseplan mit möglichst unverarbeiteten Nahrungsmitteln anreichert, dürfte trotzdem einen durchaus positiven Effekt auf seinen Körper feststellen können.

In der Regel bieten diese pflanzlichen Nahrungsmittel neben den einzelnen Inhaltsstoffen oftmals eine für den Körper insgesamt gute Zusammenstellung und Wechselwirkung zwischen Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralien, die industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln fehlt. Das macht sie gesund und für den Körper gut verwertbar. Rein aus praktischen und zeitlichen Gründen können sie jedoch meist nur eine Ergänzung und kein kompletter Ersatz für Industrieprodukte sein, wozu wir auch nicht aufrufen möchten.

Als Anhaltspunkt, welche Inhaltsstoffe bei welchen Beschwerden förderlich sind, haben wir diese bei den einzelnen Superfoods mit aufgeführt. Dabei sollte man bedenken, dass diese die genannten Krankheiten nicht heilen, sehr wohl aber bei deren Bekämpfung unterstützend sein können.

Auch wirkt in der Regel nicht ein Stoff aus einer Pflanze für sich alleine, sondern stets immer in Kombination mit den anderen Inhaltsstoffen, sodass erst das Zusammenspiel aller Komponenten eine Frucht erst gesund macht.

Mit einem bisschen guten Willen sollte es aber ohne großen zusätzlichen Aufwand möglich sein, sich aus dem großen Angebot, das Obst und Gemüse herauszusuchen, dass einem persönlich schmeckt und welches sich auch gut in den Berufsalltag übernehmen lässt.

Für eine gesundheitsfördernde Wirkung braucht es allerdings unbedingt eine langfristig angelegte Ernährungsumstellung, die infolgedessen umsetzbar sein und zudem schmecken muss.

Ein Wort zu den erwähnten Studien

Auch wenn Studien wissenschaftlich angelegt sind, so ist auf den ersten Blick oft nicht erkennbar, ob diese „nur“ im Tierversuch oder tatsächlich auch am Menschen getestet wurden. Bezüglich der Übertragbarkeit von Tierversuchs-Ergebnissen auf den Menschen gibt es ebenfalls die unterschiedlichsten Meinungen, die auch vom Versuchsaufbau, der Anzahl der „Versuchskaninchen“ und der Tierart abhängig sind. Dies ist in der Regel für einen Laien weder einseh-, noch nachvollziehbar.

Ähnlich wie bei Statistiken, ist auch bei Studien wichtig, wer der Auftraggeber einer Studie ist, also wer diese bezahlt hat. Denn dies hat nicht nur Auswirkungen auf den Versuchsaufbau und die Fragestellung, sondern manchmal auch auf die Darstellung der Ergebnisse.

Wie auch immer man diese Dinge im Einzelfall bewerten will, so kann man sicherlich trotzdem davon ausgehen, dass allgemeine Einigkeit darüber besteht, dass eine möglichst breit gefächerte Ernährungsweise mit einem großen Anteil an rohem Gemüse und Obst den Körper am besten mit allem nötigen versorgt.

Was die empfohlenen Verzehrmengen pro Tag angeht, dürfte ein wenig gesunder Menschenverstand sicherlich ebenfalls ein sehr guter Ratgeber sein und das Abwiegen von Gemüse, Obst oder Nüssen überflüssig machen. Von offizieller Stelle gibt es nur für sehr wenige Nahrungsmittel eine empfohlene Tagesmenge – wobei sich auch diese je nach wissenschaftlicher Erkenntnislage ändern kann. Die Angaben verschiedener Institutionen und Hersteller differieren teilweise erheblich.

Da es sich bei den Superfoods um natürliche Nahrungsmittel handelt, ist eine Überdosierung in der Regel nicht möglich. Vitamine beispielsweise werden vom Körper einfach wieder ausgeschieden, wenn ein Zuviel davon vorhanden ist.

Allerdings gibt es manchmal in Einzelfällen auch Wechselwirkungen mit Medikamenten, welche man gegebenenfalls beachten sollte.

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