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Chia-Samen und Chia-Öl – Superfood?

Die Chia-Pflanze stammt ursprünglich aus Mexiko und ist eine Salbei-Art, was man auch an ihren hübschen blauen oder weißen, lippenförmigen Blüten erkennen kann.

In Mittel- und Nordamerika wird der Samen dieser einjährigen Pflanze, die über mannshoch werden kann, deshalb schon lange zu Öl verarbeitet und auch der Samen als solcher findet sich dort bereits seit langem in Brot und Müsli. Um ein neues Lebensmittel auf dem europäischen Markt vertreiben zu dürfen, muss erst ein Antrag gestellt und genehmigt werden. Im Falle der Chia-Pflanze erfolgte dies nunmehr durch einen Backwarenhersteller, wobei die beantragte Tagesverzehrmenge von 15 Gramm auch genehmigt wurde. Allerdings bedeutet dies im Umkehrschluss nicht, dass eine größere Tagesmenge schädlich wäre. Fakt ist lediglich, dass es für größere Mengen bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen und infolge dessen auch keine belastbaren Ergebnisse gibt.

Inhaltsstoffe von Chia

Wertvoll für die Ernährung ist der hohe Fettanteil (ca. 35-38 %) der Chia-Samen, von denen ein großer Teil zu den Omega-3-Fettsäuren gehört. Allerdings bestehen diese zu einem großen Teil aus Alpha-Linolsäure, welches der Körper nicht so gut nutzen kann. Ein Nachteil, den alle pflanzlichen Omega-3-Quellen haben.

Dazu kommen weitere 20 % Eiweiß, welches grundsätzlich ebenfalls als gesund gilt. Allerdings kann auch hier nicht ausgeschlossen werden, dass der nicht an diese Pflanze gewöhnte Europäer auf dieses Eiweiß allergisch reagiert oder sich im Zusammenspiel mit anderen Nahrungsmitteln Kreuzallergien entwickeln könnten.

Des Weiteren beinhaltet die Chia-Pflanze noch einen hohen Anteil an Ballast- und Mineralstoffen (wie z.B. Kalzium, Kalium, Zink, Eisen), Proteine (rund 20 %), Vitamine (z.B. Vitamin A und E, Folsäure) und nicht zuletzt auch ähnlich viele Antioxidantien wie grüner Tee.

Auch unser heimischer Leinsamen bieten einen ähnlich hohen Omega-3-Fettsäurenanteil nebst vielen Ballaststoffen und beinhaltet in der Regel sogar noch mehr Proteine wie die jetzt sehr populäre Chia. Allerdings muss Leinsamen geschrotet werden, um seine Inhaltsstoffe für den Körper nutzbar zu machen, was bei Chia nicht der Fall ist. Neben den schwarzen Chia-Samen gibt es auch Sorten, die weiße Samenkörner hervorbringen. Chia-Samen enthalten keinen Zucker und sind außerdem glutenfrei. Personen mit Histamin-Unverträglichkeit haben in der Regel ebenfalls keine Probleme mit Chia-Samen – siehe unter anderem auch die Einstufung der Schweizerischen Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI) (Ende der Seite 9 – unter „Samen und Kerne“).

Was macht die kleinen Chia-Körnchen so besonders?

Chia hat einen entscheidenden zusätzlichen Inhaltsstoff, der sie für die Nahrungsmittelindustrie und für Vegetarier und Veganer interessant macht. Weicht man die Chia-Samen ein, bildet sich aus den Polysachchariden (einem Ballaststoff) ein Gel.

Rührt man dieses Gel mit Wasser (Veganer) oder Milch (als Vegetarier) an, entsteht eine Art Pudding.
Mit Wasser verrührt eignet sich diese Masse dann auch für Personen mit Laktoseintoleranz.

Einsatzmöglichkeiten von Chia:

  • Brot
  • Brötchen
  • Müsli
  • auf Salat
  • Smoothies oder andere Getränke (mit den aufgequollenen Samen)
  • Nachspeisen (mit den aufgequollenen Samen)

Backen mit Chia

  • Außerdem besteht die Möglichkeit, dass man die in einem herkömmlichen Backrezept verwendeten Eier durch Chia-Samen ersetzt. So wird das Rezept nicht nur hühnereiweißfrei, sondern je nach den anderen Zutaten auch vegan.
    Dabei gilt die Empfehlung für ein Ei ersatzweise drei Esslöffel Wasser mit einem Esslöffel Chia-Samen zu verrühren und etwa 10 Minuten quellen zu lassen. Dann das Gel wie gewohnt zum Teig geben und weiterverarbeiten.
  • Anderen Quellen zufolge lässt sich das so erzeugte Gel auch als Mehlersatz verwenden, wobei man nicht mehr als 30 % des im Rezept angegebenen Mehls damit ersetzen sollte.

Gewichtsreduktion durch Chia?

Was die teilweise versprochene Wirkung als Schlankheitsmittel angeht, so konnte dies bislang durch keine Studie schlüssig bewiesen werden, auch wenn die Chia-Samen – genau wie Leinsamen – eine verdauungsfördernde Wirkung haben. Da sie auch im Magen mit Flüssigkeit reagieren und Gel bilden, sättigen sie recht gut und die Verstoffwechslung von Kohlehydraten zu Zucker verlangsamt sich. Zusätzlich zum normalen Essen konsumiert, haben sie laut einer Studie jedoch keinen gewichtsreduzierenden Effekt ergeben.

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