Quelle: Foto K. Kallweit, foodnav.de

Bundesrats-Beschluss zur Kennzeichnung eihaltiger Lebensmittel

Hier geht es um die verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform der Legehühnern, die bislang nur für lose Schaleneier gilt und die künftig auch für eihaltige Lebensmittel übernommen werden soll.

Prinzipiell ist dies sicherlich eine gute Empfehlung, die für deutlich mehr Transparenz auf Verbraucherseite sorgen würde. Allerdings ist die Frage, ob, inwieweit und wann sie tatsächlich umgesetzt wird und vor allem auch, ob dies europaweit gelingt. In Zeiten von TTIP dürfte das eher ein langer und sicherlich nicht einfacher Weg werden.

Dabei zeigt die Kennzeichnung für frische Eier deutlich, dass der Verbraucher durchaus bereit ist, diese anzunehmen und seine Kaufentscheidung entsprechend zu überdenken. An diese Deklaration haben sich die deutschen Käufer inzwischen ja bereits gewöhnt und nehmen sie auch sehr gut an:

  • 0 - Eier aus ökologischer Produktion
  • 1 - Eier aus Freilandhaltung
  • 2 - Eier aus Bodenhaltung
  • 3 - Eier aus Käfighaltung

Insofern begrüßt die deutsche Eierwirtschaft diesen Beschluss. Das gilt sowohl für den Bundesverband Deutsches Ei e.V. (BDE), als auch für den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG). Denen dieser Beschluss aber noch nicht weit genug geht, da er sich nur auf die Haltungsform beschränkt und keine Kennzeichnung des Herkunftslandes (wie bei den losen Schaleneiern) vorsieht.

Dies auch vor dem Hintergrund, dass die zu Recht in Verruf geratenen, so genannten "Legebatterien für Hühner" in Deutschland seit 2009 verboten sind.
In der EU ist es seit Januar 2012 nicht mehr erlaubt, Eier mit dieser Haltungsform zu produzieren oder zu vermarkten.

Erlaubte Kleingruppenhaltung von Legehennen

Allerdings unterscheidet sich die bei uns erlaubte Kleingruppenhaltung nicht so sehr von den Bedingungen in den früheren Legebatterien, wie das gerne suggeriert wird. Auch hier handelt es sich um eine Käfighaltung, die nur geringfügig mehr Fläche pro Huhn bietet. Sitzstangen, ein abgedunkelter Bereich zur Eiablage und eine Scharrmöglichkeit sind zwar vorgesehen, jedoch für die Tiere oftmals aufgrund von Platzmangel gar nicht wirklich nutzbar, wie Tierschützer kritisieren.
Auch im Fokus die minimale Fläche von etwa 90 Quadratzentimetern, die zum Scharren deutlich zu klein erscheint. Zumal diese oft nur mit einer dünnen Schicht Futtermehl oder Hobelspänen bedeckt ist, die sich auch zum Sandbaden kaum eignet. Stereotype Verhaltensmuster, Gesundheitsschäden und Verhaltensstörung - bedingt durch zu wenig Bewegungsfreiheit - lassen sich lt. einigen Tierschutzorganisationen auch hier beobachten.
Weshalb es auch hierzu einen Bundesratsbeschluss gab, der auch die Kleingruppenhaltung bis 2023 abschaffen sollte. Die Landwirtschaftsministerin hielt diese "kurze" Übergangsfrist jedoch für verfassungswidrig, weshalb weitere Diskussionen im Bundestag folgten und derzeit die Bundesländer einzeln über das Schicksal der Legehennen entscheiden.

Da sich frische Eier aus Käfighaltung mittlerweile nur noch schwer verkaufen lassen, sind sie auch aus etlichen Supermärkten bereits ganz aus dem Sortiment verschwunden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine solche Haltungsform mehr gibt.

Um welche Produkte geht es?

Die so produzierten Eier kommen nach wie vor auf unseren Tisch, sei es beispielsweise als

  • gefärbtes Osterei
  • Kekse
  • Torten
  • Eier-Teigwaren (sprich Eiernudeln)
  • fertigen Salaten mit Ei
  • Mayonnaisen oder Remouladen
  • eihaltigen Fertiggerichten (Hauptmahlzeiten)

Hier war eine Kennzeichnung bislang nicht erforderlich und erfolgte insofern von den Produzenten nur in eher geringem Maße auf freiwilliger Basis.

Wird es diese Kennzeichnungspflicht geben und wenn ja, wann?

Insofern ist der Beschluss des Bundesrates sicherlich ein gutes Signal, auch wenn erste Vorstöße in diese Richtung bereits vor Jahren erfolgten und er sicherlich noch nicht weit genug geht.

Ob der Bundestag dem Beschluss des Bundesrates vom 22.04.2016 zur Schaffung einer bundesweiten verpflichtenden Regelung zur Angabe der Haltungsform der Legehennen bei solchen Produkten folgen und sich für eine europaweite Vorschrift einzusetzen wird, steht jedoch noch nicht fest. Da sich die Bundesregierung erst in den nächsten Wochen mit diesem Beschluss beschäftigen wird.

Denn wie man anhand des Beispieles des Bundesrats-Beschlusses bezüglich der Abschaffung der „Kleingruppenhaltung“ sieht, werden solche Beschlüsse nicht immer in die Tat umgesetzt. Hier kann deutlich mehr Aufmerksamkeit in den Medien sicherlich nichts schaden, die den Druck auf die Bundesregierung erhöhen kann, diesen Beschluss auch tatsächlich - möglichst europaweit - umzusetzen. Weshalb wir dieses Thema gerne aufgegriffen haben.

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