Quelle: Foto Pixabay, CC0 Public Domain / ElasticComputeFarm

2 Supermarktketten sorgen für weniger Lebensmittelverschwendung

In den Niederlanden forscht Wageningen UR Food & Biobased mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums seit Jahren an Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Lebensmitteln.

Dabei sind verschiedene Ansätze entstanden, die inzwischen auch bei den Lebensmitteleinzelhändler Gehör finden und so sehen einige davon aus:  

Spenden

Ein möglicher - und auch bei uns bekannter - Ansatz ist dabei, mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die nicht mehr verkäufliche, aber noch gut verzehrbare Produkte einsammeln und diese kostenlos an Bedürftige abgeben. Die bekanntesten in Deutschland dürften dabei „Die Tafeln“ sein. Die niederländische Entsprechung dazu nennt sich „Voedselbanken“.

Aufklärung

Bei unseren Nachbarn geht man aber noch einen Schritt weiter. Nicht nur, dass dort einige Supermarktketten, wie JUMBO und PLUS, ihre Kunden nicht nur auf der Webseite dazu aufrufen, weniger Nahrungsmittel wegzuwerfen, sondern es finden sich sogar spezielle Rezeptideen, bei denen auf Resteverwertung und guten Geschmack Wert gelegt wird.

Besondere Eigenmarken

Außerdem produzieren sowohl JUMBO als auch PLUS extra spezielle Eigenmarken, die gerade die Verschwendung bei frischem Gemüse eindämmen helfen. So wird für diese Produkte nicht mehr verkäufliches Frischgemüse verwendet, welches ansonsten weggeworfen werden müsste, obwohl es noch problemlos gegessen werden könnte.

Grund für die Unverkäuflichkeit im Supermarktregal sind in der Regel defekte oder fehlende Umverpackungen, leichte Beschädigungen an der äußeren Schale, nicht perfekt geformtes Gemüse oder auch besonders reifes Gemüse.

PLUS

So hat PLUS in den Niederlanden als Vorreiter bereits seit 01. Mai 2015 eine spezielle Marke namens „OverLekker“ eingeführt. Unter diesem Label werden in einem separaten Produktionsbereich selbst hergestellte Tomatensuppen und Tomatensoßen produziert und zum günstigen Preis von 0,99 Euro pro Packung verkauft.

Hergestellt werden sie aus Tomaten und Zwiebeln, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden können. Entweder weil die äußere Zwiebelschale leicht beschädigt ist oder die Verpackung entweder aufgerissen ist oder ganz fehlt. Auch wirklich reife und damit weichere Tomaten werden von den wenigsten Käufern wirklich bevorzugt gekauft. Nichts desto trotz sind diese von hoher Qualität und teilweise sogar extra gut gereift, weshalb sie sich hervorragend für die Verarbeitung in Suppen und Soßen eignen, die dadurch einen intensiven Geschmack nach Tomaten erhalten.

Mittels des „Food2Food Projekts“ versucht PLUS die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und ein Umdenken bei den Kunden zu bewirken.

JUMBO

Auch der Konkurrent JUMBO hat inzwischen einen Vertrag mit einer Hilfsorganisation ähnlich unseren „Tafeln“ geschlossen, die in den Niederlanden unter dem Begriff „Voedselbanken“ bekannt sind.

Im hauseigenen Kundenmagazin „Hallo Jumbo“ ruft man seine Kunden dazu auf, möglichst wenige bis keine Lebensmittel mehr wegzuwerfen. Um dies zu fördern, finden sich hier auch Rezeptideen, um aus Resten noch eine schmackhafte Mahlzeit zubereiten zu können.

Seit 2016 gibt es auch in dieser Supermarktkette selbst produzierte Suppen aus Gemüseresten. Wobei das Angebot künftig noch ausgebaut werden soll. Derzeit ist jedoch noch nicht bekannt, welche Produkte im Einzelnen künftig zusätzlich geplant sind.

Fazit

Natürlich stehen hinter solchen Initiativen auch eigene, wirtschaftliche Interessen der Supermarktketten. Denn gerade im Bereich von Frischware, wie Obst und Gemüse, entstehen die größten Verluste in Form von Abschreibungen auf unverkäufliche Ware, die trotzdem natürlich eigentlich viel zu schade ist, um sie wegzuwerfen.

Insofern sind diese Initiativen auf alle Fälle begrüßenswert. Auch da für die gemeinnützigen Organisationen nur sehr wenige, einzelne Nahrungsmittel wegfallen und zum Anderen, weil so auch günstige Eigenmarken für den umweltbewussten Verbraucher angeboten werden, die in unserer Wegwerfgesellschaft selten sind.
Ein wirklich guter Ansatz, der gerne Schule machen darf – auch hier in Deutschland.

Kommentar verfassen

Anhänge

0
  • Keine Kommentare gefunden

Verwandte Beiträge

Dinkel-Waffeln

Schnell gemachte, warme, weizenfreie Leckerei – nicht nur für Kinder!
Mit Honig, frischen Beeren, heißen Kirschen, Eis, roter Grütze oder Sahne auch ein edler Nachtisch und eine Bereicherung für die Kaffeetafel.

Weiterlesen...

Aprikosen-Streusel-Muffins

Kleine, leckere Minikuchen zum Wegnaschen – schnell gemacht und mindestens genauso schnell aufgegessen. Wer sie einmal probiert hat, wird sie wieder backen. Schmecken natürlich auch mit Weizen- anstatt mit Dinkelmehl :-)

Weiterlesen...