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Edeka: gentechnikfreie Milch und Milchprodukte

Du bist, was Du isst. Was hat also Gentechnik in unseren Lebensmitteln zu suchen? Das fragt sich zum Glück auch Edeka und reagiert entsprechend - mit Eigenmarken ohne Gentechnik.

Label „Ohne Gentechnik“

Die Eigenmarken Gut&Günstig-Frischmilch und -H-Milch gibt es bereits mit dem Siegel "Ohne Gentechnik"  in den Edeka-Regalen zu kaufen.

Dieses Siegel mit der grünen Raute wird vom "Verband Lebensmittel ohne Gentechnik" (VLOG) vergeben. Außerdem sollen in naher Zukunft zahlreiche weitere Milchprodukte aus dem eigenen Sortiment auf eine gentechnikfreie Produktion umgestellt und ebenfalls zertifiziert werden.

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Foto: Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Berlin

Label „Gutes Futter“

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Foto: EDEKA, Hamburg

Ebenfalls bereits jetzt zu kaufen, sind zahlreiche Lebensmittel an, die ohne gentechnisch veränderte Futtermittel hergestellt werden. Dieses bereits recht umfangreiche Bio-Sortiment bei  Milchprodukten, Eiern und Geflügel soll künftig noch erweitert und optimiert werden. Weshalb sich Edeka auch bei den eingesetzten Futtermitteln für Rinder, Schweine und Geflügel um einen schonenden Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen bemüht. Dafür steht das neue Label "Gutes Futter", das bereits auf Joghurt und Milchmischgetränken der Eigenmarken zu finden ist. So sollen künftig möglichst heimische bzw. europäische Futtermittel (z.B. Rapsschrot oder Leguminosen) oder auch nachhaltigeres, gentechnikfreies, zertifiziertes Soja (RTRS + GVO-frei, ProTerra oder Donausoja) in den Futtertrögen landen.

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Foto: EDEKA, Hamburg

Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von GVO

GVO ist die Abkürzung für gentechnisch veränderte Organismen.

Lt. der EU-Verordnung (EG) Nr. 1830/2003 besteht eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen (GVO), sowie für Lebensmittel und Futtermittel, die aus GVO bestehen, diese enthalten oder daraus hergestellt werden. Außerdem müssen auch das Saatgut von gentechnisch veränderten Pflanzen, gentechnisch veränderte Schnittblumen oder gentechnisch veränderte Zierfische gekennzeichnet werden.

Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht

  • Von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind Produkte, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden und
  • auch Lebensmittel, die zufällige oder technisch unvermeidbare Spuren von GVO oder daraus hergestelltem Material bis zu einem Anteil von höchstens 0,9 Prozent enthalten.
    In letzterem Fall müssen die betroffenen Unternehmer nachweisen, dass sie geeignete Schritte unternommen haben, um das Vorhandensein von Verunreinigungen mit GVO zu vermeiden. Gleiches gilt für den Umgang mit Futtermitteln.

Die oben verlinkte Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit enthält auch Informationen zu dem oben genannten Siegel „Ohne Gentechnik“ des VLOG.
Weiterführende Erklärungen zu diesem Siegel stellt auch das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Seite zur Verfügung, die ebenfalls nochmals darstellt, warum dieses Siegel eingeführt wurde. Dieses trägt dem Umstand Rechnung, dass der Verbraucher das EU-weit geltende Lebensmittelkennzeichnungsrecht als lückenhaft empfindet. Eben weil er beim Einkauf nicht erkennen kann, ob Milchprodukte, Eier oder Fleisch von Tieren stammen, die gentechnisch verändertes Futter erhalten haben.

Wie ist das eigentlich generell mit Soja als Tierfutter?

Trotzdem ist Soja als Tierfutter – nicht zu unrecht – nicht unumstritten.
Das Vorhaben von Edeka, künftige vermehrt europäische Futtermitteln und gentechnikfreies, zertifiziertes Soja (RTRS + GVO-frei, ProTerra oder Donausoja) einzusetzen, folgt einer Forderung des WWF, der sich ebenfalls mit der Problematik von Gen-Soja auf unserem Teller auseinandergesetzt hat.

Zwar ist der Anbau von gentechnisch manipuliertem Soja in der EU verboten, allerdings nicht in anderen Ländern, wie den USA, Argentinien und Brasilien. Ein Importverbot für Gen-Soja gibt es nicht.

Daher fordert der WWF, dass Nahrungsmittelproduzenten auf den Import von gentechnisch verändertem Soja verzichten und stattdessen konsequent Bio-Soja, gentechnikfreies Soja des nachhaltigen ProTerra Standards oder die gentechnikfreie Lieferkette des Runden Tisches für nachhaltiges Soja (RTRS) zu nutzen. ProTerra- und RTRS-Zertifizierungen schreiben Mindestanforderungen in Bezug auf Sozial- und Umweltstandards vor.

Nicht jedoch ohne darauf hinzuweisen, dass auch noch erhebliches Verbesserungspotenzial, wie etwa beim Einsatz von Chemikalien, bei der Entwaldung und beim Thema Bodenfruchtbarkeit gibt.

Eine weitere, bessere Alternative wäre lt. dem WWF jedoch, Soja insgesamt durch andere, heimische Futtermittel zu ersetzen. Zum einen, um zu einer artgerechteren Ernährung unserer Nutztiere zurückzukehren und zum anderen, weil Schäden für Mensch und Natur durch gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei bislang nicht ausgeschlossen werden können.

Fazit:

Obwohl es eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen, Produkte und Futtermittel gibt, ist diese für den Verbraucher – wenn überhaupt – nur im Kleingedruckten auf der Verpackung ersichtlich. Insofern ist generell jede freiwillige Angabe eines Herstellers- wie in diesem Fall von Edeka -, dass ein Produkt gentechnikfrei ist, eine gute und sinnvolle Verbraucherinformation. Ganz besonders gilt dies aber auch für die  Bestätigung, dass die eingesetzten Futtermittel der Tiere, deren Produkt man kauft, gentechnikfrei sind. Dies deshalb, weil genau hierfür eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht besteht und der Verbraucher anderenfalls nicht in der Lage ist, diese Produkte (wie Milch, Eier und Fleisch) von denen mit Gentechnik zu unterscheiden.

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