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Mit Penny Herzbube-Eiern für mehr Tierwohl sorgen

Seit 01. Februar 2017 finden sich in den 2.150 deutschen Penny-Märkten die neuen 6er-Kartons Hühnereier der Marke „Herzbube“ zum Preis von 1,29 Euro.

Was ist das Besondere an Herzbube-Eiern?

Kein Schlachten der männlichen Küken

Penny möchte damit ein Zeichen für mehr Tierwohl setzen und hat deshalb als erster Discounter diese neue Marke Hühnereier aus Bodenhaltung auf den Markt gebracht, für die vor einigen Wochen je 72.000 weibliche und männliche Küken eingestallt wurden, die jährlich etwa 20 Millionen Eier produzieren sollen.

Der Name "Herzbube" ist Programm, denn pro Jahr werden hierzulande rund 45 Millionen männliche Küken unmittelbar nach der Geburt getötet, da sie deutlich unrentabler für die Produzenten sind, als weibliche Küken. Der Grund liegt darin, dass sie keine Eier legen und außerdem auch nur wenig Fleisch ansetzen. Penny möchte deshalb als erster Discounter ein klares Signal gegen diese Praxis setzen, weshalb die männlichen Küken hier nicht unmittelbar nach dem Schlupf getötet, sondern bis zur Schlachtreife aufgezogen werden. Zusammen mit dem Eierhof Hennes aus Euskirchen möchte man beweisen, dass es auch mit Blick auf die nötige Wirtschaftlichkeit möglich ist, die männlichen Küken nicht sofort zu töten. Wissenschaftlich begleitet wird dieses Projekt zudem von der Hochschule Osnabrück.

Ziel der Forschung ist es, eine möglichst verlässliche Methode zu finden, mit der man bereits im Ei eine Geschlechtsbestimmung vornehmen kann. So würden die Eier, die sowieso auf unseren Tellern landen, dann wohl deutlich häufiger männlich sein und die Eierproduzenten könnten nur den benötigten Legehennen-Nachwuchs bis zur Schlachtreife aufziehen, ohne männliche Küken sofort schlachten zu müssen.

Verbesserung der Haltungsbedingungen

Die hohe Haltungsdichte in großen Zuchtbetrieben setzt die Legehennen unter Stress, weshalb sie sich dann oftmals gegenseitig verletzen. Dies soll in der Regel dadurch unterbunden werden, dass den Hennen ihr wichtigstes Tastorgan – der Schnabel – gekürzt wird. Das führt jedoch dazu, dass die Tiere nicht mehr richtig Picken können. Dies ist jedoch - neben dem Scharren - ein angeborenes und vor allem das wichtigste natürliche Verhalten von Hühnervögeln. Weshalb die logische Schlussfolgerung sein muss, auf das Kürzen der Schnäbel zu verzichten – wie beim Eierproduzenten für die Herzbube-Eier von Penny.

Beim Eierhof Hennes sorgt man zudem durch zusätzliches Beschäftigungsmaterial, wie Picksteine oder Stroh dafür, dass sich die Tiere wohler fühlen. Für Hühner und Verbraucher sicherlich gleich gut: es wird nur gentechnikfreies Futter verwendet, das mit dem VLOG-Logo ausgezeichnet ist.

Dementsprechend tragen die Herzbube-Eier dann auch das unternehmenseigene PRO PLANET-Label von Penny.

Auch Deutschlands größte Tierschutzorganisation, PETA Deutschland e.V., kämpft seit Jahren um besssere Haltungsbedingungen gerade für Legehennen.
Unter dem nachfolgenden Link geht es zu einem Bericht über den Lohmann-/Aviagen-Skandal - Geheime Dokumente führen zum Strafermittlungsverfahren gegen den weltgrößten Geflügelproduzenten, der auch gerade die Schnabelkürzungen und die Tötung von Eintagsküken behandelt.

Fazit:

Ein Verzicht auf Tierquälerei in Form von Schnabelkürzen und Töten von Eintagsküken ist sicherlich ein guter, erster Schritt, in die richtige Richtung. Insofern ist diese Initiative sicherlich begrüßenswert, da es immer noch zu viele andere Betriebe gibt, die auf diese Praktiken - trotz Tierschutzgesetz - nicht verzichten. Auch und gerade deshalb, weil sich Gerichtsverfahren oftmals über Jahre hinziehen können, in denen Millionen weiterer Tiere unnötig leiden müssen.
Trotzdem müssen diesem Schritt noch viele weitere folgen, bis auch Legehennen ein wirklich artgerechtes Leben führen können.

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