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Selbstgemachter, veganer Holundersekt

Leckeres und einfaches Rezept für hausgemachten Holundersekt.

Holundersträucher gibt es in zwergwüchsiger, aber auch in hoher Form mit etwa 7 – 10 Meter Wuchshöhe. Wobei großwüchsige Sträucher anfangs um die Sommersonnenwende herum (21. Juni) beschnitten werden sollten. Dazu entfernt man einige der Triebspitzen, um die Wuchsform mehr in die Breite anstatt in die Höhe zu lenken. Die gängigsten Sorten liefern im Juli tiefschwarze Beeren; es gibt aber auch andere Züchtungen mit roten Früchten. Um jedoch einen Holundersekt herzustellen, benötigt man die hübschen mehr als handtellergroßen weißen Blütenstände des Holunder.

Diese sind je nach Frühjahrswitterung im Mai bis Juni erntereif. Dazu schneidet man die komplette weiße Blütendolde am Stiel (ohne die grünen Blätter) ab. Die vielen kleinen Blüten sollten dabei vollkommen geöffnet sein, weshalb sich dafür am besten ein sonniger Tag eignet. Frühaufsteher braucht man dafür auch nicht zu sein – mittags ist die beste Erntezeit für Holunder, der im süddeutschen Raum und in Österreich auch oftmals als Holler bezeichnet wird. Aber auch die Bezeichnung Fliederbeeren findet sich ab und an für diese Früchte.

Zutaten:

  • 6 Holunderblütendolden
  • 250 g heller, unraffinierter Rohrzucker
  • 1 Bio-Zitronen
  • 5 l Wasser
  • ¼ l Weinessig

8 – 10 leere Sektflaschen a’ 0,75 l

Zubereitung

An einem der Vortage:
Die gesammelten, leeren Sekt- oder Proseccoflaschen sollten mit heißem Wasser gut gespült und anschließend wieder getrocknet werden. Unbedingt nur dickwandige, unbeschädigte Flaschen verwenden, da bei der Gärung ein Überdruck in den Flaschen entsteht, der diese anderenfalls zum Platzen bringen könnte.

Am Erntetag:
Die ungespritzten Bio-Zitronen waschen und trockenreiben und mitsamt Schale in feine Scheiben schneiden.

Die frisch geernteten Holunderblütendolden entweder gut ausschütteln, um eventuell noch darauf befindliche Insekten zu entfernen oder kurz in einer Schüssel mit kaltem Wasser schwenken und das überschüssige Wasser durch Drehen am Stiel wieder entfernen.

Holunderblueten little© Fotolia, Dana Krimmling

Einen Topf (am besten eignet sich ein Steintopf) mit kochendem Wasser befüllen und dieses anschließend wieder entfernen. Das dient nicht nur zur Desinfektion, sondern auch zum Vorwärmen des Topfes.

Die Blütendolden anschließend in den vorgewärmten, großen Topf geben, mit dem Zucker bestreuen und die Zitronenscheiben darüber legen. Mit Wasser und Weinessig auffüllen. Ein sauberes Baumwolltuch über den Topf legen und gut zubinden.
Anschließend sollte der Topf für 4 Tage an einem warmen, sonnigen Platz stehen.

Nach Einsatz der Gährung den Sud durch ein Leinentuch abgießen, um die festen Bestandteile von der reinen Flüssigkeit zu trennen und anschließend in die vorbereiteten Flaschen füllen. Die Flaschen anschließend verkorken und den Kork mit Draht sichern.

Den Hollersekt kühl stellen und nach etwa 8 bis 10 Tagen probieren.

Tipps:

  • Wer das Verkorken der Flaschen scheut, kann auch Flaschen mit Schraubverschluss verwenden, allerdings sollte dies dann ein Gärungsverschluss sein, wie ihn beispielsweise auch die im Handel angebotenen „Federweißen“ (ganz junger Weiß- oder Rotwein) oftmals besitzen.
  • Wer diesen Holunderblütensekt beispielsweise mit dem veganen „Byodo Weissweinessig“ ansetzt, erhält auch anschließend ein veganes Endprodukt (vorausgesetzt man hat zuvor aus den Blüten auch tatsächlich alle Insekten entfernt). Eine andere Möglichkeit wäre beispielsweise der „Kühne Weißweinessig“, der ebenfalls als vegan gilt. Gleiches gilt für den „Kühne Rotweinessig“, der jedoch farblich nicht so gut zum Holunderblütensekt passt.
    Zur Erklärung: Bei fast allen konventionell erzeugten Weinen und daraus entstehenden Sekt- oder Essigsorten wird häufig zur Klärung entweder Gelatine, Albumin aus Eiern oder getrocknetem Blut oder auch die Hausenblase (eine Fischblase) eingesetzt. Diese Stoffe werden zwar anschließend wieder herausgefiltert und sind somit auch nicht deklarierungspflichtig, passen jedoch trotzdem nicht zur Philosophie einer veganen Ernährung.

Weitere Zubereitungsarten für Holunderblüten und Holunderbeeren

Aus Holunderblüten kann man auch noch verschiedene andere gesunde und leckere Dinge zaubern, wie zum Beispiel Holunderblütensirup, Hollerkücherl oder auch ein ganz einfach herzustellender Holunderblütentee.
Dafür werden die Holunderblüten büschelweise kopfüber an einem warmen, überdachten und gut durchlüfteten Ort zum Trocknen aufgehängt und anschließend die weißen Blüten von den Blütenstielen getrennt. Diese können dann in einem Schraubglas aufbewahrt werden. Für die Zubereitung überbrüht man zwei Teelöffel der getrockneten Holunderblüten mit einem Viertelliter kochenden Wassers und lässt den Aufguss cirka 10 Minuten ziehen.

Da sicherlich noch genügend Holunderblüten am Strauch verblieben sind, lässt sich etwa ab Juli aus den daraus entstehenden Holunderbeeren natürlich auch noch einiges anderes Schmackhaftes herstellen. So können diese zu Saft, Sirup, Gelee, Kompott, Dessertcreme, Likör, Essig und Schnaps verarbeitet oder auch als Belag für Obstkuchen oder in Muffins verwendet werden. Wer auch sein Gebäck vegan halten möchte, kann die oftmals in den Rezepten enthaltenen Eier durch Chia-Gel ersetzen. Wie man dieses herstellt, findet ihr in unserem Beitrag „Chia-Samen und Chia-Öl – Superfood„? Einen bereits verzehrfertigen, fructosefreien Bio-Holunderblütensirup bietet beispielsweise Frusano an, woraus ich Rezepte für einen fructosearmen Joghurtdrink und ein ebensolches Müsli entwickelt habe.

Holunderbeeren enthalten viele Vitamine sowie Kalium und sind so nicht nur gesund, sondern auch lecker. Allerdings sollte man sie nicht roh essen, da sie auch eine geringe Menge Giftstoffe enthalten, die erst beim Kochen vernichtet werden. Bei der Ernte und Zubereitung von Holunderbeeren sollte man vorsichtig sein, da die reifen Beeren gerne von der Dolde herabfallen und sehr unschöne und schwer zu entfernende, schwarz-lila Flecken produzieren.

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