Quelle: Janina Matthiessen

Daas Ambré – Glutenfreies Bier im Test

Und weiter geht’s mit unserem Biertest für glutenfreies Bier, Teil II. Im Test war das Daas Ambré aus Belgien, mit dem auch Zöliakie-Betroffene auf den Feierabend anstoßen können. Ob neben der Verträglichkeit auch der Geschmack gut ist, erfahren Sie hier…

Wir hatten das Daas Ambré im Test, ein typisches belgisches Bier mit Bernsteinfarbe. Wer die belgischen Amberbiere nicht kennt, kann sich diese als dem englischem Pale Ale ähnlich vorstellen: relativ süß, malzig und karamellig. Reichlich süffig, wenn man norddeutsches, herbes Pils gewohnt ist. Aber der echte Foodie hat ja keine Vorurteile, also her damit!

Bier in glutenfrei & bio

Dass ein glutenfreies Bier ausgerechnet aus Belgien kommt, ist kein Wunder. In der kleinen Nation gibt es tausende kleiner Manufakturen und besondere Biersorten. Nach Deutschland und Tschechien ist hier im Europavergleich der Bierkonsum pro Kopf am höchsten. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sich eine davon diesem speziellen Ernährungsthema widmet. Das Daas Ambré erfüllt die Kriterien des Codex Alimentarius Gluten-free Rules & Regulations, sprich: auch Zöliakie-Betroffene können hier zugreifen. Daas bietet übrigens neben dem Ambré auch noch ein Blondes (Daas Blond, welches wir ebenfalls getestet haben) und ein Helles (Daas White) an. Der Hersteller verwendet nur Bio-Zutaten und fertigt sein Bier traditionell. Wie genau das Gluten dem Bier entzogen wird, bleibt Betriebsgeheimnis des Herstellers.

Preisliche Oberklasse

Der dickste Dämpfer gleich zu Beginn: Das Daas Ambré ist teuer. Eine 0,33l-Flasche des Zöliakie-verträglichen Biers kostet so viel wie rund drei Flaschen normales Supermarkt-Bier. Das wird Glutenallergiker nicht überraschen, denn die Spezial-Lebensmittel für diese Zielgruppe kosten eigentlich immer deutlich mehr als reguläre Alternativen. Dazu kommt, dass das Daas Ambré nur aus Bio-Zutaten besteht – auch hier ist ein Aufpreis fällig. Und nicht zuletzt fertigt Daas das glutenfreie Bier nur in relativ kleiner Auflage, kann also den Stückpreis nicht in dem Maße drücken wie die großen Brauereien. Darum: Das Daas Ambré ist zwar teuer, aber das hat seinen Grund.

Eingeschenkt…

…erstrahlte das Daas Ambré frisch eingeschenkt im Abendlicht in einem wunderschönen, ganz leicht trüben Bernsteinton. Der Schaum ist schön, aber nicht besonders fest und zerfällt im Vergleich zu Standardbieren schnell. Der Grund liegt wahrscheinlich in der klassischen Flaschengärung des Dass-Biers. Auf das Einspritzen von Kohlensäure verzichtet Daas, dadurch ist das glutenfreie Bier deutlich feinperliger als 08/15-Biere. Es war aber etwas sprudeliger als das zuvor von uns getestete Daas Blond.

Geschmacklich…

…konnte das Daas Ambré voll überzeugen. Und zwar – gleich vorweg – auch bei den Testern, die nicht auf glutenfreies Bier angewiesen sind. Sprich: auch den Vergleich zu „normalem“ Bier muss das Daas Ambré nicht scheuen. Im  Gegenteil: es ist ein sehr leckeres Bier, ohne Einschränkungen.
Wie so oft bei belgischem Bier ist die Grund-Tendenz des Daas Ambré süffig und kräftig-gehaltvoll. Die ersten Adjektive, die nach dem ersten Schluck genannt wurden, waren „Karamell“ und „malzig“. Erst dann wurde ein Blick auf die Flasche erlaubt – wo genau das draufsteht. Das glutenfreie Amberbier bewirbt sich also richtig. Das süßliche Bier hat im Hintergrund eine leichte Herbe, die durch die Feinperligkeit nicht überdeckt wird.
Aufgepasst: Wie die meisten belgischen Biere hat auch das Daas Ambré einen vergleichsweise hohen Alkoholgehalt von 6,5%. Das merkt man allerdings durch die geschmackliche Leichtigkeit nicht sofort, was dazu führen kann, dass man sich nach einem Bier deutlich beschwipster fühlt, als man denkt. Gerade Autofahrer, die früh am Abend ein Bierchen trinken, um später noch verkehrstauglich zu sein, sollten darauf achten!

Fazit zum Daas Ambré

Kurz: Das Daas Ambré gefällt! Hier haben selbst Nicht-Glutenempfindliche positiv überrascht die Augenbrauen hochgezogen, denn das glutenfreie Bier gefällt durch ein rundes Bild aus Perligkeit, Schaumkonsistenz und Geschmack. Damit zeigt es sich mal wieder, dass man sich mit Zöliakie nicht von allen Feinschmecker-Genüssen verabschieden muss… solange man bereit ist, den relativ hohen Preis für das Daas Ambré zu zahlen. Gluten-Entzug, Bio-Zutaten und kleine Fertigungsmengen haben eben ihren Preis. So bekommt das Daas Ambré von foodnav.de 4,5 von 5 Bierliebhaber-Sternen, wobei es die vollen 5 für das Bier und einen halben Stern Abzug wegen des Preises gibt.

Beide von uns getesteten, glutenfreien Daas-Biere sind beispielsweise im Angebots-Sortiment von "Glutenfrei-Bier.com" zu finden. Ein Shop-Portrait gibt's natürlich auch.

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