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Alte Apfelsorten sind besser verträglich

Schätzungen gehen von etwa 2 bis 4 Millionen deutscher Konsumenten aus, die allergisch auf Äpfel reagieren. Doch Apfel ist nicht gleich Apfel. Wie Umfragen bei Betroffenen gezeigt haben, werden alte Apfelsorten meist problemlos vertragen.

Nur die neueren Äpfel-Züchtungen verursachen Unverträglichkeitsreaktionen, wie Hautausschlag oder auch Jucken und Kratzen im Gaumen- und Halsbereich.

Leider sind dies auch meist die im Supermarkt erhältlichen Apfelsorten, da es hier im Besonderen auf das Aussehen der Früchte ankommt. So sorgt der geringere Anteil der neueren Apfelsorten an Polyphenol beispielsweise dafür, dass diese sich nicht so schnell braun verfärben, wenn man sie anschneidet. Außerdem sind die Äpfel durch den geringeren Vitamin-C-Gehalt süßer und in der Regel auch gleichmäßiger in der Form. Da dies alles für den Handel erwünschte Effekte sind, sind sie entsprechend weit verbreitet.

Andererseits wird Polyphenol dafür verantwortlich gemacht, die allergenen Inhaltsstoffe eines Apfels unschädlich zu machen. Außerdem sorgt es für mehr Aroma in den Früchten. Insofern reicht es manchmal schon, zu einer meist nicht so regelmäßig geformten und nicht ganz so süßen alten Apfelsorte zu greifen, um das gesunde Obst wieder ganz ohne Reue genießen zu können. Außerdem macht sie der meist deutlich höhere Vitamin-C-Gehalt zwar nicht so süß, dafür aber noch gesünder.

Zudem ist es ratsam, Äpfel möglichst frisch zu verzehren, da die Lagerung zu einem Anstieg der unverträglichen Bestandteile führt. Nur Diabetikern wird geraten, lagerfähige Sorten zu konsumieren, da der Zuckergehalt mit der steigender Lagerung abnimmt.

Aber auch kochen hilft gut, da durch die Hitze das Hauptallergen des Apfels (spezielle Eiweißbausteine) zerstört wird. Also warum nicht mal zu Apfelmus greifen, das schmeckt ebenfalls lecker und ist auch ohne Zusatzstoffe in Bioqualität erhältlich.

Um zu testen, ob man eine Apfelsorte verträgt oder nicht, sollte man nur eine kleine Menge verzehren und etwas abwarten.

Alte und trotzdem im Supermarkt zu findende Apfelsorten sind beispielsweise Holsteiner Cox, Cox Orange und Boskoop, die sich durch ihren säuerlicheren Geschmack und ihr ausgeprägtes Aroma übrigens auch besser zum Backen eignen wie süße Apfelsorten. Süße Leckereien mit Äpfeln finden sich auch in unserem Rezept-Bereich (wie beispielsweise der Apfel-Marzipan-Kuchen, den veganen Apfelmus-Gugelhupf oder auch die selbstgemachten weizenfreien Apfelkücherl.

Weitere nützliche Informationen zu diesem Thema bieten auch:

  • ein Beitrag des NDR „Gesunde alte Apfelsorten – auch für Allergiker“
  • die Webseite des Pomologen Eckhart Brandt, Großenwörden, der auch Probierpakete für Apfel-Allergiker mit alten Apfelsorten per Post verschickt. Aufgrund der hohen Nachfrage durch mehrere NDR-TV-Berichte muss man sich allerdings etwas gedulden. Je nach Jahreszeit kann man die alten Apfelsorten aber auch auf dem Wochenmarkt finden.
  • Auf der Seite der BUND-Ortsgruppe Lemgo findet sich auch eine Information bezüglich für Diabetiker geeigneten Apfelsorten (Alkmene, Champagner Renette, Gehrers Rambur, Gelber Edelapfel, Idared, Johannes Böttner, Lanes Prinz Albert, Ontario und Uhlhorns Augustkalvill ) und eine Auflistung der auf Verträglichkeit getesteten alten und neuen Apfelsorten, die sich auch herunterladen lässt.
    Auf dieser Seite findet sich auch eine gegenteilige Auffassung bezüglich der Lagerfähigkeiten von alten Obstsorten und hinsichtlich der besseren Verträglichkeit von roten im Vergleich zu grünen Apfelsorten vertritt, als dies in einem anderen Interview im NDR-Fernsehbeitrag der Fall war. Wobei wir die Argumentation des BUND für schlüssig halten. Hier wird die Ansicht vertreten, dass die Lagerungsdauer von Äpfeln sortenabhängig ist und es deshalb sowohl neue, als auch alte Apfelsorten gibt, die sich lange lagern lassen. Der These, wonach rote Apfelsorten für Allergiker besser verträglich seien wie grüne wird insofern widersprochen, als rote Apfelsorten beim Käufer beliebter sind und es deshalb gerade von diesen viele Neuzüchtungen mit den bekannten Allergieproblemen gibt.

Die Webseite „Alte Obstsorten“ bietet ebenfalls eine umfangreiche Aufstellung alter Apfelsorten. Wobei man sich hier auch über alte Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten informieren kann.

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