Quelle: Karin Kallweit, foodnav

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe sind Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln zulassungspflichtig sind.

Sie entsprechen von ihrer Süßkraft her teilweise der des Haushaltszuckers und werden aus natürlichen Quellen wie Gemüse, Obst oder auch aus Mais- oder Weizenstärke beziehungsweise der darin enthaltenen Glucose und Fructose gewonnen, weshalb sie allgemein als nicht gesundheitsschädlich eingestuft werden. Im Gegensatz zu Haushaltszucker werden sie insulinunabhängig verstoffwechselt und haben damit auch einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Daher sind sie in vielen Light- und Diabetikerprodukten zu finden. Das hat allerdings auch Nachteile, da die Insulinausschüttung auch das Sättigungsgefühl beeinflusst.

Allerdings können die Zuckeralkohole in größeren Mengen aufgenommen, die Darmtätigkeit beeinflussen, da sie Wasser binden, weshalb sich auf diesen Lebensmitteln der Zusatz „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ finden muss. Je nach Zuckeraustauschstoff und Quelle gelten 30 bis 50 Gramm pro Tag als Höchstmenge. Dafür sind sie im Gegensatz zu Haushaltszucker nur leicht kariogen beziehungsweise nicht kariesfördernd und im Falle von Xylit sogar kariesreduzierend.

Der Unterschied zwischen Zuckerfrei und Ohne Zuckerzusatz

  • Sind in einem Produkt nur Zuckeraustauschstoffe enthalten, so wird dieses als „Zuckerfrei“ bezeichnet.
  • Sind jedoch zusätzlich noch Mono- oder Disaccharide – beispielsweise aus Früchten – zugesetzt, wird dies als „Ohne Zuckerzusatz“ deklariert.

Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen neben

  • der Fructose auch die Zuckeralkohole:
  • Erythrit (E 968)
  • Isomalt (E 953)
  • Lactit (E 966)
  • Maltit / Maltitol-Sirup (E 965)
  • Mannit (E 421)
  • Sorbit (E 420)
  • Xylit (E 967)

Fructose, Fruktose oder auch Fruchtzucker genannt

ist ein Einfachzucker, der natürlicherweise hauptsächlich in Kernobst, Beerenfrüchten und Honig vorkommt (wie z.B. Äpfel, Birnen, Granatapfel, Weintrauben).

Im Haushaltszucker, sofern dieser aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellt ist, findet sich ebenfalls Fructose, allerdings in Form eines Zweifachzuckers aus Traubenzucker (Glucose) und Fructose.
In industriell gefertigten Nahrungsmitteln findet sich oftmals ein Maisstärkesirup, der mit Fructose angereichert ist.

Bei Personen mit Fructosemalabsorption (intestinale Fructoseintoleranz) ist der Fruchtzucker-Transport durch die Darmzellen gestört, wodurch Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und auch ein Reizdarmsyndrom ausgelöst werden können.
Sehr viel seltener kommt die hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI) vor, bei der eine vererbte Störung des Fructosestoffwechsels in der Leber die Ursache ist.

Erythrit (E 968)

lässt sich aus Weinsäure oder aber auch aus Glucose und Saccharose (Zucker) mittels Pilzen gewinnen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zuckeralkoholen wird Erythrit bereits fast völlständig im Dünndarm absorbiert und über die Nieren ausgeschieden, weshalb die blähende und abführende Wirkung im Dickdarm hier so gut wie nicht auftreten soll.

Isomalt (E 953)

wird aus Saccacharose (Zucker) gewonnen und besteht aus zwei Zuckeralkoholen. Es ist diabetikergeeignet und hat einen zuckerähnlichen Geschmack, jedoch nur in etwa die Hälfte der Süßkraft von Zucker. Allerdings ist Isomalt eher schwer verdaulich, weshalb es zu den Zuckeraustauschstoffen zählt, die in größeren Mengen durchaus abführend wirken können.

Lactit oder Lactitol (E 966)

wird synthetisch aus Milchzucker gewonnen und kommt natürlicherweise so nicht vor. Lactit besitzt nur etwa 30 bis 40 Prozent der Süßkraft von Zucker. Die abführende Wirkung ist jedoch recht stark ausgeprägt, wodurch dieser Zuckeraustauschstoff auch in Abführmitteln Verwendung findet.

Maltit, Maltitol oder Maltitsirup (E 965)

wird aus Mais- und Weizenstärke hergestellt und ist diabetikergeeignet. Maltit besitzt etwa 90 % der Süßkraft von Zucker. Wie die anderen Zuckeralkohole (Sorbit, Mannit, Xylit, Isomalt, Erythrit) kann auch Maltitol zu Blähungen führen und in größeren Verzehrmengen abführend wirken. Allerdings wird die abführende Wirkung von Sorbit als höher eingestuft.

Mannit oder Mannitol (E 421)

kommt auch natürlich vor, zum Beispiel in Algen, Pilzen, Flechten und Baumsäften. Er wird aus Fructose erzeugt. Seine Süßkraft liegt etwas bei 70 % im Vergleich zu herkömmlichem Zucker. Auch er gehört zu den Zuckeralkoholen und sollte deshalb nicht in größeren Mengen verzehrt werden, um Blähungen oder Durchfall zu vermeiden.

Sorbit oder Sorbitol (E 420)

Sorbit kommt von Natur aus in verschiedenen Kernobstsorten und in den Früchten der Eberesche vor. Erzeugt wird es aber industriell meist auf der Basis von Glucose aus Mais- oder Weizenstärke. Sorbit besitzt ungefähr die Hälfte der Süßkraft von Saccharose (Zucker) und ist für diabetische Lebensmittel geeignet. Allerdings wird die abführende Wirkung von Sorbit als recht hoch geschrieben.

Im Falle einer Sorbitunverträglichkeit (Sorbitmalabsorption, Sorbitintoleranz) ist die Aufnahme von Sorbit im Dünndarm eingeschränkt oder ganz unmöglich. Da Sorbit nicht nur in Diabetiker- und vielen Light-Produkten enthalten ist, sollte man dann auch auf Verzehr von Steinobst, wie beispielsweise Pflaumen, Pfirsichen oder Aprikose verzichten. Wobei diese in getrockneter Form einen noch wesentlichen höheren Sorbit-Anteil aufweisen.
Sorbit kann im Körper sowohl zu Glucose als auch zu Fructose umgewandelt werden, wodurch Personen mit Fructoseintoleranz auf Nahrungsmittel mit Sorbit ebenfalls reagieren können.

Xylit oder Xylitol oder Birkenzucker (E 967)

Xylit kommt natürlicherweise in einigen Früchten und Gemüsen sowie in einigen Baumrinden vor. Anfangs wurde Xylit aus der finnischen Birke gewonnen. Industriell wird er auf Basis von Holzgummi oder auch von entkornten Maiskolben hergestellt. Der Geschmack von Xylit ist dem von normalem Zucker recht ähnlich und auch die Süßkraft ist fast genauso hoch. Xylit ist diabetikergeeignet. Dazu kommt bei einer Verspeichelung im Mund (wie etwas bei Bonbons) noch ein kühlender Effekt im Mund – ähnlich wie dies bei Menthol der Fall ist. Es gibt auch einige Studien wonach Xylit in der Lage ist, über eine längeren Zeitraum verabreicht, eine sehr hohe Kariesreduktion zu erreichen.
Xylit kann ebenfalls blähend oder abführend wirken, jedoch gibt es Berichte wonach die abführende Wirkung nach 3 – 4 Wochen durch einen Gewöhnungseffekt aufhören kann, was bei Sorbitol beispielsweise nicht der Fall ist.

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